Im Turm der St. Martinskirche in Kippel riefen vier Glocken bis 1962 die Gläubigen zum Gebet. Dies war einmal die sogenannte „Bernerglocke“ von 1589 von Abraham Zehnder und zwei kleinere Glocken vom Glockengiesser Josef Walpen 1821 und eine grosse Glocke der Giesserei Rüetschi von 1881. Da die Glocken von drei verschiedenen Meistern gegossen wurden, waren diese stimmlich nicht auf einander abgestimmt. Aus diesem Grunde hat sich die Pfarrei entschieden fünf aufeinander abgestimmte Glocken giessen zu lassen.

Seit 1962 klingen fünf Glocken die von der Firma Eschmann in Rickenbach gegossen wurden. Auf jeder Glocke befindet sich ein Schriftzug, der aus Legenden des jeweiligen Patrons stammt.

1. St. Martin   Es1 / ø 143 cm / 1830 kg        Bezahlt von den Männern
SCHEUE KEINE ARBEIT, FÜRCHTE KEINE LEIDEN
Paten: H.H. Martin Murmann und Bellwald-Seiler Emma. Die Jungmänner sollten diese Glocke übernehmen, doch sie wehrten sich dagegen. Schon nach kurzer Zeit war aber diese Glocke defekt und so wurde eine neue gegossen. Die Kosten übernahm Rieder Josef „ds Grossunmariuschjosi“.

2.  St. Maria    G1 /    ø 113 cm    / 920 kg      Bezahlt von den Jungfrauen
MIR GESCHEHE NACH DEINEM WORT
Paten: Rieder Willi 1906 und Bellwald Agatha
3. St. Anna      Bb1 /  ø 97 cm / 580 kg           Bezahlt von den Frauen
GOTTES GNADE DEINE ANMUT
Paten: H.H. Prior Siegen und Jaggy Julia, Frau Chrysostomos
4. St. Josef       C2 / ø 87 cm / 440 Kg.             Bezahlt von den Jungmännern
ITE AD JOSEPH, GEHET ZU JOSEPH
Paten: H.H. Rieder Jakob und Jaggy Gertrud
5. St. Michael  Es2 / ø 0.74 m / 280 kg           Bezahlt von den Kindern.
WER IST WIE GOTT, GOTT MIT UNS
Paten: Jaggi Werner und Jaggy Constantia


Früher waren die Carilloneure Meister ihres Faches, die mittels Seilzügen teils sehr virtuose rhythmisch-melodische Patterns zu gestalten wussten. In Kippel war dies Zacharias Rieder. Die abgebildete Transkription wurde anhand einer alten Tonaufnahme erstellt.
Mit den neuen Glocken ist auch das Carillon von Kippel verschwunden. Es wurde ein mechanisches Läutesystem installiert. Einige Zeit lang wurden über ein elektrisches Hämmersystem Melodien „von Hand“ gespielt. Später sind diese elektronisch programmiert worden, so dass sie heute per Knopfdruck abgespielt werden können.